Vorwort an den Leser meiner Veröffentlichungen

WIDMUNG: Dieses Werk ist meinem Animus gewidmet.

Was ich schreibe, ist für den bestimmt, dessen Bewusstseinslicht Anstalten macht, sich durch Selbsterkenntnis von den ihn zwingenden und damit beherrschenden Lebensmächten zu lösen, um in die letzte ungeteilte Einheit, das „Zentrum der Leere“ (östliche Philosophie) oder auch das „Selbst“, der innerlichen Weltüberlegenheit, einzugehen.
Mir geht es nicht um die Rechtfertigung eines Monotheismus des Bewusstseins, unsere derzeitige wahre Religion, verbunden mit einer Bewusstseinsbesessenheit und fanatischer Leugnung autonomer psychischer Wirklichkeiten (gerne als Esotherik abgekapselt), sondern um die Darstellung der Erfahrbarkeit solcher inneren Gegebenheiten, wie das der ungeteilten Einheit von Innen und Außen oder Bewusst und Unbewusst.

Ich habe für meine Arbeit den Begriff „Bestimmungskunst“ gewählt, da die Darstellung einer Stimmung (Kunst) zur Lebensbestimmung wird und damit Kunst und Leben zusammengeführt werden. Dies erfordert den höchsten Einsatz an Freiheit, den mir der Raum der Kunst gewährt. Das Ziel der Bestimmungskunst liegt darin ganz seine Lebensbestimmung zu leben, d.h. der zu sein, der man von Natur aus ist; oder: eine Kunst, die mit dem Zeitpunkt des Schaffens zur Anerkennung des eigenen Schicksals wird.
Ich ziehe diese Form der Veröffentlichung hier auf WordPress einem Buch vor, da mir hier die Möglichkeit der Wandlung und deren Darstellung besser möglich ist. Ich kann stets in meinem Werk etwas verändern, ich kann etwas hinzufügen oder wegnehmen. Dies bedeutet, die einst gewählte Form meiner Gedanken, meines Ausdrucks, unterliegt einem Wandel zum Formlosen und damit neuen Entstehen. Für mich ist Leben kein Gerinnen in einst festgefügte Strukturen, sondern die stete Freiheit, in selbstgewählte neue Formen einzufließen. Bücher geben oft den Anschein einer festen Struktur. Hier geht es aber um die Freiheit zum sich stets wiederholenden Wandel vom Formlosen zur Form. Dies bedeutet weder in einem Chaos der Komplexität zu leben, noch in einer Starre von vorgebenen Formen in einer Gesellschaft, sondern diesem Lebenswerk liegt die Erkenntnis der formlosen Einheit im Selbst zugrunde. Denn wer sich mit einer Form, d.h. einem Gedanken oder einem Bild, gleichsetzt, ohne zu wissen, dass er über dieser festen Struktur steht, hat sich verkannt und lebt nicht sein Selbst.
Bücher können sowohl dem Autoren als auch dem Leser Halt geben. Dieser Halt kann es aber auch verhindern, sich selbst zu finden. Deshalb ziehe ich die Bewegung von Form und Formlosigkeit vor um an das zu gelangen, was hinter den Formen und deren Entstehung liegt – die Leere oder formlose Einheit im Selbst. Dies bedeutet meine Kunst lebt! Wer die Identität mit der Welt, dieses „ich bin, der ich sein soll“ anstrebt, tut gut daran, sich nicht mit seinen Vorstellungen und Erscheinungen in der Welt zu identifizieren, denn erst die Desidentifizierung macht die Identität und damit auch den steten Wandel möglich. Man muss sich also stets im Klaren sein, dass man das, mit dem man sich gerade gleichsetzt, selbst nicht ist, denn das Selbst bringt sich zwar in den Formen der Person zum Ausdruck, es ist aber mit keiner dieser Formbildungen identisch. Das Selbst wird nur dann aus den wechselnden Formen sich befreien können, wenn es sie als bloße Formen erkennt (egal ob eigene oder fremde) und sich von ihnen lossagt.
Es sei noch erwähnt, dass das eigentliche Wesen des Menschen nicht in dieser oder jener Form liegt sondern in seiner Subjektivität, die Formen selbstbestimmt wählen und gestalten zu können. Daher ist der Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht für jede menschliche Gemeinschaft unerlässlich.

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