Archiv der Kategorie: Gedichte

In Waage

In Waage

Kein Zuviel, kein Zuwenig
Stillstand oder Tod?

Kein Ärger, kein Glück
Gelassenheit oder Tod?

Kein Streit, keine Versöhnung
Friedvoll oder tot?

Kein Verlangen, kein Bangen
Gemütsruhe oder Tod?

Keine Krankheit, keine Gesundheit
Loslassen oder Tod?

Keine Zeit, kein Kommen und Vergehen
Ewigkeit oder Tod?

In der Waage zum Tode hin
In der Waage ein glückliches Sterben

Die Distel

Die Distel

Blühst schön im Sommerhain
O, welche Pein

Dornen sind der Schönheit Spitze
Machen über das Schlechte keine Witze

Das Gute ist des Bösen Pracht
In der Distel zur Einheit gebracht

Ohne Dornen, ohne Schmerz
Nimmt man der Distel das Herz

Stets zur Einheit muss sie gelangen
Im Schmerz um ihre Schönheit bangen

Die Dornen ach so schlecht
Machen ihre Schönheit echt.

Gedankenklöpse

Gedankenklöpse

Schon viele Gedanken gemacht
Trostlose in der Nacht
Wahre Schönheiten am Tage

Ich habe sie gewonnen
Sie sind ebenso zerronnen
Bedeutend sollten sie sein

Hängen wie Klöße im Hals
Würgen lassen sie sich bald
Schneiden ins Leben Scheiben

Angehängt an den Laib
Machen sie den Menschen breit
Gewichtig will er sein ungemein

Sich vom Tod befreien
Stille herrscht ums Herrscherwort
Vom Tod befreit es nicht

Jetzt fließen sie vorbei
Gedanken wie Brei
Hängen an nichts fest

Suppe die ins Meer fließt
Meer das ins All aufsteigt
Gedanken im Gedankenkosmos

Am persönlichen Ich vorbei
Ins menschliche Einerlei
Gedanken fließen frei

Halten an nichts mehr fest
Nicht an Leben oder Tod
Haben daher keine Not

Der Gegensatz

Er kämpft wie ein Raubtier
Lässt gerne Blut fließen
Der Gegensatz
Schreckt vor keinem Leid zurück
Nimmt bestimmt alles Glück
Der Gegensatz
Lässt immer wieder streben
Zu neuem Ausgleich schweben
Der Gegensatz
Der Gegensatz ist das Leben
Das sich will erheben
Vom Kleinen und Schmalen
Zum Großen und Erhabenen
Im EINEN
Dort kann er sich leben
und sich der Wandlung hingeben.