Die Distel

Die Distel

Blühst schön im Sommerhain
O, welche Pein

Dornen sind der Schönheit Spitze
Machen über das Schlechte keine Witze

Das Gute ist des Bösen Pracht
In der Distel zur Einheit gebracht

Ohne Dornen, ohne Schmerz
Nimmt man der Distel das Herz

Stets zur Einheit muss sie gelangen
Im Schmerz um ihre Schönheit bangen

Die Dornen ach so schlecht
Machen ihre Schönheit echt.

Selbsterkenntnis und KÜNSTLER-Persönlichkeit

Selbsterkenntnis und KÜNSTLER-Persönlichkeit

„Ich bin Künstlerin, denn #ich# bin die Schöpferin meiner eigenen Persönlichkeit durch Selbsterkenntnis und Selbstanerkennung. Dadurch wird mein beruflicher Status zu meiner wahren Berufung.“

Erst unbewusst dann mit zunehmender Konkretisierung im Schaffen eines Werkes und damit projizieren in ein anderes, wird die Selbst-Werdung bewusst, denn ich kann die dadurch gewonnene Selbsterkenntnis in mein Selbst-Gefüge (die mich ausmachende Persönlichkeit) aufnehmen. So entsteht die Erweiterung meiner Persönlichkeit als Künstlerin durch die damit verbundenen Idealisierungen und Bewusstmachungen, z.B. die erhoffte Unsterblichkeit durch das Werk: eine Unsterblichkeit kann nie in einem Werk liegen (dies ist eine Projektion in das Werk), sondern nur in einem Selbst. Alles andere sind nicht aufgedeckte Illusionen. So wie auch die menschliche VORSTELLUNG vom Tod immer eine Illusion ist und bleiben wird, denn den Tod kann sich niemand vorstellen.

So schafft der/die Künstler/in sich stets neu auch ohne gesellschaftliche Anerkennung, die nur ein Vehikel ist. Der Erfolg wird auf diesem Wege gekennzeichnet durch eine erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung, die sowohl dem/der Künstler/in zugute kommt als auch der Gesellschaft – keine Flucht vor dem Leben in ein Werk verbunden mit einer Sucht nach Anerkennung (Erfolg und Ruhm), sondern verantwortungsvolleres, freieres Handeln, das der Bestätigung seiner selbst durch den anderen nicht mehr bedarf.

Diese Künstler-Persönlichkeit ist nicht auf die Reduzierung ihres Werkes im Sinne von gesellschaftlichem Erfolg oder Ruhm angewiesen. Ihr Werk ist die individuelle Selbst-Gestaltung, dessen Schaffensdrang nicht mehr unbedingt im künstlerischen Ausdruck seinen Niederschlag finden muss, sondern direkt in seiner Persönlichkeit einen Wandel bewirkt. Für diesen schöpferischen Menschen kann der künstlerische Ausdruck eine Übergangsphase sein.

Gedankenklöpse

Gedankenklöpse

Schon viele Gedanken gemacht
Trostlose in der Nacht
Wahre Schönheiten am Tage

Ich habe sie gewonnen
Sie sind ebenso zerronnen
Bedeutend sollten sie sein

Hängen wie Klöße im Hals
Würgen lassen sie sich bald
Schneiden ins Leben Scheiben

Angehängt an den Laib
Machen sie den Menschen breit
Gewichtig will er sein ungemein

Sich vom Tod befreien
Stille herrscht ums Herrscherwort
Vom Tod befreit es nicht

Jetzt fließen sie vorbei
Gedanken wie Brei
Hängen an nichts fest

Suppe die ins Meer fließt
Meer das ins All aufsteigt
Gedanken im Gedankenkosmos

Am persönlichen Ich vorbei
Ins menschliche Einerlei
Gedanken fließen frei

Halten an nichts mehr fest
Nicht an Leben oder Tod
Haben daher keine Not