Psyche

Die Psyche ist ein Geist
Von dem ich nicht viel weiß

Aller Kummer, jedes Morgen
Bleiben hinter ihm verborgen

Niemand kann mir sagen
Was ich alles noch muss ertragen

ICH glaubte dieser Geist zu sein
Ach, was legte er mich oft rein

ICH konnte ihm nichts gebieten
Es waren die Menschen, die ihn verrieten

Nun ist es an der Zeit, ich weiß
Sich umzustellen auf des Geistes Verheiß

Drum lass ich kommen, was da war
Und lobe mir die Geisterschar

In meiner Psyche Ohnmacht bleibt geborgen
Mein ICH mit seinen vielen kleinen Sorgen

Tage des Schattens

(G) Gestern: tiefe Depression
(H) Heute: scharfe Aggression

(G) Hoffnungsloser Trübsinn
(H) Schmerzender Kampf um die Würde

(G) Tag ohne Licht
(H) Du, fahr zur Hölle

(G) Gestorben am Morgen
(H) Dein Aas fresse ich nicht

(G) Ein Schrei nach Hilfe
(H) Den Revolver in der Hand

(G) Gefrorene Selbstlosigkeit
(H) Prahlender Egoismus

(G) Ich bin ein Niemand
(H) Kampf: Ich bin besser als der Gelobte

(G) Keine Kraft zum Leben
(H) Den Wettkampf des Lebens gewonnen



Aphorismus 10

Sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen bedeutet, sich von seinen Gefühlen nicht das Leben diktieren zu lassen und damit in deren Gefangenschaft zu leben. D.h. sich frei entscheiden zu können (mittels des inneren Zeugen oder der Kultivierung einer beobachtenden Bewusstheit), wohin man sein Schicksal führen möchte ohne den Gefühlen, bewusst oder unbewusst, irgendwelche Gewalt antun zu müssen, indem man sie z.B. ignoriert oder ablehnt. Man lernt Gefühle für höhere Ziele um zu gestalten und dadurch zu überwachsen. Letztendlich hat man sein Ziel dann erreicht, wenn man sich nicht mehr so wichtig nimmt. Denn Schicksal meint jetzt: die Leichtigkeit des Daseins mit all seinen Gefühlen, sowohl positive wie negative.

Aphorismen 7-9

7
Der Mensch glaubt sich entwickelt zu haben und sein Wille scheint ihm über alles erhaben zu sein, dabei steckt er gefühlsmäßig noch in den Zeiten des Frühmenschen und er lässt sich durch Hervorhebung von Hass und Aggression zu einem Kampf- und Aggressionsmenschen wie ein Hund abrichten.

8
Langeweile ist ein Zustand, in dem einem niemand sagt, was man fühlen soll. Kaum jemand ist in der Lage die Langeweile als wertvolles Grundgefühl des individuellen Antriebs zu erkennen.

9
Gefühle sind der Motor einer Bewegung. Sich nicht damit identifizieren aber zu wissen und zu akzeptieren, dass man sie hat, führt zur Freiheit aus der Gefangenschaft der Gefühle.

Fluß des Lebens

Hörst du das Plätschern des Wassers
Es ist dein Leben, das da fließt

Unermüdlich nimmt es seinen Lauf
Das Fließen hört nicht auf

Es plätschert ruhig und eben
Zeitlos ist sein Bestreben

Keine Fessel kann es halten
Freiheit ist des fließen’s Walten

Keine Hürde, die es nicht begradigt
Sein Gleichgewichtsinn hat es begnadigt

Ach wie schön hört sich das Leben an
Wenn man sein Fließen fühlen kann