Aphorismus 6

Zur Wandlung

Die Wandlung erfolgt dadurch, dass der Mensch sich einem Problem, einem Objekt gegenüberstellt, dass er zu bewältigen sucht. Mit der Bewältigung wandelt er sich. Wandlungspunkte sind Schnittstellen, die zu neuem Wandel führen. Die Schnitte entstehen immer aus dem, was vorher ganz war und die eine Hälfte sucht jetzt die andere um sich wieder ganz zu fühlen. So sucht das Subjekt nach dem Schnitt das Objekt und das so geschaffene Objekt will zum Subjekt zurück. Beide ergänzen und suchen sich immer fort, dadurch entsteht Wandel. Die sich so selbstregulierend anziehenden und abstoßenden scheinbaren Gegensätze machen Individuation aus, in der aus der Einheit etwas Neues sich schafft. Eine dynamische Kraft, die stets neues Leben hervorbringt.

Vom Leben

Wenn alle Berge abgetragen sind
Und die Täler keine Täler mehr sind
Nimmt das Leben seinen Lauf

Gleich einem sanften Fluss
Lebt es um des Lebens Willen
In stiller Fülle fließt es seinen Weg

Sein Innerstes gibt ihm die Kraft
Eine Kraft, die sein Leben schafft
Getragen wie ein Floß auf den Wellen

Leben will kein Führer sein
Es trägt die Botschaft wie ein Engel
In das irdische Firmament

„Leben sollst du“
In des Leibes Fülle
Und des Geistes Ahnung

„Lebe sanft dahin“
Spricht die innere Stimme
Die sich kümmert um ihr Kind:
DAS LEBEN